Die Siedlungshäuser an der Taubenheimer Straße am Ende der 30er Jahre
Die Villa Stein am Ender der 30er Jahre gemalt von Richard Lebelt

Geschichtsstammtisch Sohland

Sohland

Mitteilungen vom Geschichtsstammtisch

Liebe Geschichtsfreunde, liebe Sohlander,

in Vorbereitung der 800-Jahr-Feier wird wieder viel von dem „Grußen Durf mit fuffzn Zippeln“ geredet. Das Werk unseres Heimatdichters Hermann Klippel hält sie bis heute wach. Es gibt dabei viele kleinere Zipfel, welche in die Großen integriert sind. So geht es auch dem Ortsteil “ Neusorge“, welcher oft in Verbindung mit „Niedersohland“ genannt wird. Unser Heimatfreund Albert Münnich beschrieb ihn in einem Zeitungsartikel, ich übernehme es wörtlich;

„Das Entstehungsjahr des kleinen Ortsteiles an der Straße nach Taubenheim, und an diesen Ort grenzend, ist nicht bekannt. In den Kirchenbüchern wird er schon im 17. Jahrhundert genannt. In einem topographischen Werk von 1789 heißt es: „Neusorga, bey Niedersohland, gränzt mit Taubenheim“. Schumanns Lexikon von Sachsen schreibt 1820: „Neu-Sorge, ein Dorf in dem Bautzener Oberkreise, an der böhmischen Gränze, bei Sohland….; ist nach Sohland eingepfarrt“. Es gehörte den jeweiligen Besitzern von Niedersohland. Der Name Neusorge, den übrigens viele Orte und Ortsteile in Sachsen tragen, hat mit der Sorge, die man sich um etwas macht, nichts zu tun. Er kommt von dem mittelhochdeutschen Wort „Zarge“, Rand und bezeichnete allgemein „Flurteile, vor allem Einzelsiedlungen, die an der Gemeindegrenze liegen“.

So klein der Ortsteil ist, so hat er doch einen Höhepunkt. In den Jahren 1929/30 baute der Besitzer der „Adler-Knopffabrik“ Carl Robert Stein jun. dort eine Villa. Im Jahre 1930 zog die Familie Stein von Großschönau in Böhmen (Velkyseov) nach Sohland um. Carl Robert Stein jun. war ein großer Pflanzenfreund. In dem Landschaftspark seiner Villa wuchsen seltene Pflanzen und Gehölze. Die Familie Stein musste 1949 Sohland verlassen. Zu Zeiten der DDR wurde der Landschaftspark als Botanischer Garten betrieben und gepflegt, er war öffentlich zugängig.

Entlang der Taubenheimer Straße vergab man 1935/36 zehn Siedlerstellen in fünf Doppelhäusern. Der älteste Teil von Neusorge liegt am heutigen „Wolfssteinweg“.

Roland Böhme

Artikel veröffentlicht am 04.05.2021 von Amtsblatt der Gemeinde Sohland mit den Ortschaften Sohland, Taubenheim und Wehrs 5 / 2021